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Bildungsurlaub - Erfahrungsbericht

Aktualisiert: 4. Juni

Dein Recht auf Weiterbildung: Bildungsurlaub!


Hast du schon mal von Bildungsurlaub gehört?


Vielleicht denkst du jetzt an extra Urlaubstage, die du für eine deiner geplanten Reisen nutzen kannst – aber weit gefehlt! Bildungsurlaub, auch bekannt als Bildungsfreistellung, ist dein gesetzlich verankertes Recht, dich während deiner Arbeitszeit für die persönliche und berufliche Weiterbildung freistellen zu lassen. Und das Beste: Dein Arbeitgeber zahlt dir in dieser Zeit weiterhin dein Gehalt!


Im Mai 2025 habe auch ich zum ersten Mal diese Möglichkeit genutzt, was ich gemacht habe verrate ich dir später. Da ist Lachen auf jeden Fall garantiert, soviel kann ich schonmal versprechen 😄


Was ist Bildungsurlaub eigentlich?


Stell dir vor, du könntest dich für eine Woche voll und ganz auf ein Thema konzentrieren, das dich weiterbringt. Egal, ob es um neue Sprachkenntnisse geht, die du für deinen Job benötigst, oder um Soft Skills, die deine Karriere vorantreiben sollen – der Staat gibt dir die Möglichkeit dazu. Die genauen Regelungen zum Bildungsurlaub unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, aber im Grunde haben die meisten Arbeitnehmer in Deutschland Anspruch darauf. Oft sind es fünf Tage pro Jahr, die du entweder am Stück oder aufgeteilt nutzen kannst.


Warum solltest du Bildungsurlaub nutzen?


Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Persönliche Entwicklung: Du lernst Neues, erweiterst deinen Horizont und bleibst auf dem Laufenden.

  • Berufliche Aufstiegschancen: Neue Qualifikationen können dir die Tür zu neuen Aufgabenbereichen oder Beförderungen öffnen.

  • Motivation und Zufriedenheit: Sich weiterzuentwickeln macht Spaß und steigert die Arbeitszufriedenheit.

  • Dein gutes Recht: Es ist ein gesetzlicher Anspruch, den du nutzen solltest!


Wie beantragst du Bildungsurlaub?


Der Weg zum Bildungsurlaub ist meist unkompliziert:


  • Informiere dich: Finde heraus, welche Regelungen in deinem Bundesland gelten und welche Kurse anerkannt sind. Es gibt eine Vielzahl an Anbietern und Kursen, die für Bildungsurlaub zugelassen sind.

  • Finde den richtigen Kurs: Wähle ein Seminar, das deinen Interessen und beruflichen Zielen entspricht.

  • Sprich mit deinem Arbeitgeber: Informiere ihn frühzeitig über deine Pläne. Meist reicht ein formloser Antrag mit den Details zum Kurs.


Was habe ich mir ausgesucht? (Erfahrungsberich)

Yogahaus Dreilinden
Yogahaus Dreilinden

Ich habe mir einen Kurs in Berlin-Brandenburg gebucht:


"Körperlich & mental stark und gelassen den Berufsalltag meistern"

mit sanftem Yoga, Atemschulung und Meditation


Weitere Info's gibt hier:


Manchmal bekomme ich es in den Kopf und möchte einfach mal etwas Neues, Unbekanntes ausprobieren. In diesem Fall war es der oben genannte Kurs. Mein Fehler: Ich hätte mich vorher wirklich mehr informieren und erst dann buchen sollen oder eben auch nicht. Denn ich hatte mich noch nie mit dem Thema Yoga beschäftigt und wusste daher auch nicht zu 100% was da so genau auf mich drauf zu kommt.


Montag, Tag 1 - Höchststand der Motivation


Der Koffer war gepackt, dass Auto getankt und so ging es voller Vorfreude Richtung Berlin. In meinem Kopf die Melodie: "Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin!"

Die Autobahn war so gut wie leer, nur ein paar Baustellen, sonst bin ich super durchgekommen. Auf der Fahrt gab es ein paar geschmierte Schnittchen, nicht dass ich noch auf halber Strecke verhungere 😄


8:30 Uhr Ankunft an meinem Kursort, der Weg dort hin war echt idyllisch. Die Sonne schien, rechts und links schöne, grüne Bäume, so fuhr ich durch die Allee, wie Zuhause. Das war schon mal ein guter erster Eindruck von der Umgebung und das aller beste war, dass es in 3 Autominuten Entfernung ein Mces gab, top! 😂 Auch mein B&B Hotel war nur 3 Minuten mit dem Auto weg.

Strecke vom B&B Hotel zum Yogahaus Dreilinden
Strecke vom B&B Hotel zum Yogahaus Dreilinden

Beginn meiner (für mich persönlich) wirklich harten Woche war 9 Uhr.


Das wir auch ein paar kleine Yoga Übungen machen würden, war mir ja schon bewusst... Nur als ich dann vor der Tür stand und Yogahaus gelesen habe, dachte ich mir schon so, ach du scheiße, was hast du dir da nur gebucht 🤦🏻‍♀️ Egal, noch war meine Motivation da!


Dann ging ich durch den Haupteingang. Schon im Flur hieß es: " Bitte einmal Schuhe ausziehen" und zack war ich in einer völlig anderen Welt...

Yoga - Raum
Yoga - Raum

10 Matten lagen bereits im Halbkreis zu den bodentiefen Fenstern mit Blick auf unsere Yoga-Lehrerin für diese Woche. Meine Motivation hielt sich echt in Grenzen. Mh wie soll ich folgende Situation jetzt vernünftig erklären ohne beleidigend zu werden?


Okay vorweg gesagt, wem Yoga hilft und wem es Spaß macht, das finde ich echt super! Aber ich habe es einfach so empfunden:


Befremdlich und an vielen Stellen zu spirituell.


Ich habe mich brav wie alle anderen in den Schneidersitz gesetzt und in 10 Gesichter geblickt (inkl. der Lehrerin) die dieses Yoga sowas von fühlen und Leben. Auf jeden Fall habe ich mich sofort wie ein Außenseiter gefühlt.


Dann fing es an, Vorstellungsrunde, yay mein Lieblingspart 🎉 NICHT!

"Hallo ich bin die Vanessa..." Super! Als wir das abgehakt hatten und die Lehrerin den Inhalt der Woche kurz als Überblick für uns durchgegangen ist, kam gleich das nächste Highlight. Gruppenarbeit. Bitte sucht euch einen Partner und stellt ihn näher vor, warum er diesen Kurs ausgewählt hat und er heute hier ist. 🤦🏻‍♀️ Ich hab echt gedacht, ich mache bei der versteckten Kamera mit und habe die ganze Zeit darauf gehofft das gleich jemand zur Tür rein kommt und zu mir ruft: "verarscht, bitte lachen!"


Es kam niemand...


Meine Antwort war, dass ich innerlich ruhiger werden möchte, mir selber weniger Stress mache und so ein paar Tipps und Tricks meine Routinen zu verbessern. Es wusste ja keiner, dass ich für diese Woche richtig hart auf die Probe gestellt werde 🫣


Nach dem theoretischen Kenn-Lern-Teil hatten wir Gott sei dank 1h Mittagspause, dass ich mich von dem Schreck kurz wieder erholen konnte. Und wo bin ich zum Essen hingefahren??? Richtig, natürlich McDonald's 😂 ich musste erstmal wieder zur Ruhe kommen mit einem schönen Big Mac ♡


Nach dem Mittag ging es dann in den praktischen Teil über, das war schlimm. Weißt du ich habe mir gerade einen schönen Bürger mit Pommes rein geknallt und dann fängt die Lehrerin an irgendwelche Übungen zu machen wie z.B. den herabschauenden Hund, die Haltung des Kindes oder die Kobra.


Dann gab es verschiedene Atemübungen, wo man sich eigentlich konzentrieren sollte, aber wenn man das ein- und ausatmen von jedem einzelnen hört, ist das hart an der Grenze eines Lachflashes bei mir. Ich kam mir auch die ganze Zeit doof vor, weil wir dazu immer die Augen zu machen mussten. Am verrücktesten waren die ganz spirituellen Sachen, wie einatmen und Ohm machen oder summen beim ausatmen, das habe ich nie mitgemacht! 🤦🏻‍♀️


Fazit vom 1 Tag: Aijaijai 😂


Dienstag, Tag 2 - der ist heute schon Freitag Tag?


Gott sei Dank, hatte ich seelische und moralische Unterstützung für diesen Tag. Ich wusste, dass ich mindestens bis zum Mittag aushalten muss um dann wieder eine Person zu treffen, die auf meiner Wellenlänge ist, meine Beste. ♡ Dann konnte ich wenigstens meine Gedanken ohne Blatt vorm Mund aussprechen, man war das eine Erleichterung! Außerdem war es dann auch ein Ansporn die zweite Hälfte des Tages durchzuhalten.

Das Positive war, wir hatten einen Lachflash nach dem anderen und lachen ist ja bekanntlich gesund.


Fazit vom 2 Tag: Ich hatte schon Muskelkater und war schon krokki.


Da hat auch nur eins geholfen: ESSEN 😂 Es gab erstmal schön was bei Five Guys:

Five Guys Alexanderplatz Berlin
Five Guys Alexanderplatz Berlin

Wir haben uns den Abend dann mit einem Theaterbesuch im Friedrichstadtpalast (Falling in Love) versüßt, nur zu empfehlen. Es war wirklich sehr schön.

Friedrichstadtpalast
Friedrichstadtpalast

Mittwoch, Tag 3 - ÜBERLEBE!


Das schlimme an dem heutigen Tag war zum einen, dass meine Freundin leider wieder abreisen musste und zum anderen, dass es erst Mittwoch war. 😅


Viele Übungen waren mir schon wirklich unangenehm, nicht nur weil ich sie nicht so gut konnte, sondern weil ich es auch nicht mag, wenn ich fremde Menschen anfassen soll. Da habe ich mich sehr unwohl gefühlt. So eine komm-wir-stellen-uns-alle-in-einen-Kreis-und-fassen-uns-auf-die-Schultern-Übung (Gleichgewichts-Übung) fand ich richtig doof...


Die Theorie war da deutlich besser in meinen Augen, hier konnte ich mir persönlich doch noch den ein oder anderen Tipp mitnehmen. Ich habe immer gehofft dass wir mehr über irgendwas reden als Yoga zu machen, dann tut mir wenigstens nichts weh. 😂


Fazit vom 3 Tag: Ich habe es tatsächlich überlebt.


Ich bin dann noch ein wenig durch Berlin gelaufen und war (was auch sonst) eine "kleine Pizza" essen dazu war ein 0,5l Wein notwendig, sonst hätte ich es sicher nicht bis Freitag geschafft 😂😂😂

L'Ostarie in der Nähe vom Alexanderplatz
L'Ostarie in der Nähe vom Alexanderplatz

Schön war's und satt war ich! 👍


Donnerstag, Tag 4 - Nur noch einen Tag du schaffst das!


Heute war mein Motto:

Atme. Sei geduldig. Halte durch.


Ich musste mich natürlich wieder sportlich betätigen und um mein Leben atmen. Mir tat alles wieder weh.


Beim Yoga geht's ja auch um gute Ernährung und so, leider bin ich da sehr schlecht drin mich daran zu halten 😅


Denn meine Motivation war: der Rest meiner Pizza von Mittwoch 😂

Restliche Pizza von der L'Osteria
Restliche Pizza von der L'Osteria

War ja nur ein "kleines" Stück, das musste ich schnell heimlich im Auto zur Mittagszeit essen. Alle sind immer gelaufen gekommen oder mit dem Fahrrad zum Kurs gekommen und hatten ihren Quinoa-Salat (musste erstmal googeln was das überhaupt ist) oder irgendwelche Früchte mit. Da kann ich ja nicht sagen das ich 3 Minuten mit dem Auto gefahren bin und mir Pizza reinschiebe. 😂🤦🏻‍♀️🫣


15 Uhr war wieder Feierabend und ich war so fertig und müde, dass ich mich einfach nach dem Duschen ins Hotelzimmer gelegt habe und nach ein, zwei Serien bis zum nächsten Morgen eingeschlafen bin. Ohne Abendbrot und das soll schon was heißen!


Freitag, Tag 5 - wenn du Glück hast, ist vor 14 Uhr Feierabend, HOFFE!


Den Endspurt müsste ich eigentlich so beschreiben, als hätte ich mit ach und krach überlebt, denn gefühlt war es auch so. Ich meine das absolut nicht böse, aber ich empfand die Woche wirklich als sehr anstrengend...


  1. Tat mir alles einfach nur weh, ich habe Muskeln entdeckt, die ich vorher gar nicht kannte.

  2. Sollte ich mich ja eigentlich tiefenentspannt und erholt fühlen, aber am A.... ich war total ausgelaugt, fix und fertig. Nach jeder Übung gerädert. Ich habe mich außerdem gefreut endlich wieder in meinem Bettchen Zuhause zu schlafen.

  3. Konnte ich mir auch einfach das ganze Gequatsche nach jeder Übung nicht mehr anhören... Alle finden das Yoga sooo super und sooo toll und wollen es jetzt in ihre Morgen- und Abendroutine mit aufnehmen. Ich dachte mir einfach nur gib mir jetzt bitte die Teilnehmer-Urkunde für den Bildungsurlaub und dann bin ich W wie Weg! 😅 (alles nicht böse gemeint)


Fazit - Ende gut, alles gut


Natürlich war mein Bildungsurlaub nicht für umsonst!


Ich konnte für mich persönlich doch so einiges mitnehmen:

  • einige Übungen waren nicht schlecht, gerade für den Rücken, da ich ja sehr viel sitze & die Faszien-Übung war super

  • alle haben sehr viel Negatives über ihren Job erzählt, darüber könnte ich theoretisch einen eigenen Blogartikel schreiben, aber jetzt fasse ich mich kurz: ich bin sehr, sehr dankbar für meinen Arbeitgeber!!

  • In dieser Woche musste ich sehr viel Selbstdisziplin aufbringen und Geduld beweisen, meine persönliche Challenge

  • Mir wurden Themen wieder aufgerollt, wo ich ins Nachdenken gekommen bin

  • Ich habe etwas Neues ausprobiert und es alleine durchgezogen

  • Ich hatte, wenn auch außerhalb des Kurses eine schöne Zeit, die ich für meine persönliche Erholung echt gebraucht habe ♡


Ich hoffe ich habe dir diesen Kurs nicht versaut, denn vielleicht bist du ein Yoga-Typ (Und dafür war die Lehrerin wirklich gut.). Nimm dir meinen Erfahrungsbericht nicht zu sehr zu Herzen.


Abschliesend möchte ich dir noch eins sagen: Bildungsurlaub ist eine Investition in dich selbst und deine Zukunft, man nimmt sich immer eine Erkenntnis mit.


Also wann nutzt du die tolle Möglichkeit und planst deine nächste Weiterbildung?


Deine MillioNessi ♡


 
 
 

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